Gut ausgebildete Werkstattleiter sind das Rückgrat der Luftsportvereine

„Denn eins muss uns allen klar sein, egal ob LBA, EASA oder LTB und Camo`s  unser Leben in der Vereinswerkstatt bestimmen. Immer werden wir  gut ausgebildete Techniker für die Instandhaltung unserer Flugzeuge brauchen, jetzt und in Zukunft, für einen sicheren Luftsport“, sagt Rolf Andres. Und er hat Recht!Unter dem Motto „Gute Ausbildung“ gab es 2010  wieder die schon traditionellen Herbstlehrgänge.  Im HdL werden seit vielen Jahren erfolgreich Zellenwarte, Fallschirmwarte und natürlich auch Werkstattleiter ausgebildet und auf die zukünftigen Aufgaben in ihren Vereinen vorbereitet.  Der Ausbilder und Prüfer Rolf Andres führt diese Ausbildung für uns durch – praxisnah, fundiert und trotz aller Pingeligkeit mit sehr viel Humor.

 

 

Sogar zwei Betriebsprüfer der  LBA Außenstelle Hamburg hatten sich unseren Lehrgang in Laucha zur Weiterbildung ausgesucht. Eine Wahl, die uns adelt! Für diese Betriebsprüfer war es wichtig mehr über die Kenntnisse und Aufgaben eines Werkstattleiters zu erfahren. Für uns als Ausbildungsbetrieb ist es aber auch wichtig gewesen  hier glaubhaft darzustellen, dass wir im Luftsport eine ebenso qualitativ hochwertige Arbeit abliefern wie es in den kommerziellen Instandsetzungsbetrieben möglich ist. Foto 2 : Marcel Meyer überprüft noch einmal die Rumpfform (Die Fotos werden bald an diese Stelle eingestellt!)

Neben einer Unmenge Theorie die zu Pauken war, gab es in der Praxis sehr vieles auszuprobieren. Es wurden von Bauteilen Negativformen gebaut und darin später auch  die entsprechende Positivteile angefertigt. „ Das ist ja wie beim Hersteller“ sagte ein Teilnehmer. Entsprechend der Ausbildungsrichtlinnen des DAeC wurden die Teilnehmer in alle Reparaturverfahren des FVK Flugzeugbaus unterwiesen. Vom aufziehen einer neuen Haube bis zum Anschäften eines gebrochenen Rumpfes wurden alle Schadenfälle angesprochen und an Modellen gezeigt. Als praktisches Objekt stand uns in diesem Jahr eine schwer beschädigte ASK-21 zur Verfügung an der wir reparieren konnten. Hierzu Ausbilder Rolf Andres, „ Ich halte nichts davon an mehrfach reparierten Übungsstücken herumzufummeln“ in der Praxis müssen wir auch am „lebenden Objekt“ arbeiten. Bei dieser ASK – 21 wurde der Rumpfbug bei einer harten Landung eingedrückt und schwerbeschädigt. Für diese Reparatur mussten Formen gebaut und komplette Rumpfsegmente angefertigt werden. 

Dazu mussten unter absolut sauberen Bedingungen die Gewebe zugeschnitten werden. es galt also Handschuhpflicht um die Glasseidengewebe vor Fett und Fingerschweiß zu schützen.

Schritt für Schritt gelang der Aufbau des Vakuumpressens – eine Technik, die es ermöglicht solch komplexe Reparaturen durchzuführen. Hierzu studierten die Teilnehmer die Baupläne und Handbücher des zu reparierenden Musters, suchten das Material aus und erstellten einen Arbeitsplan den sie selber umsetzten. Natürlich stand ihnen Ausbildungsleiter Rolf Andres immer zur Seite jedoch ohne ihnen das Heft aus der Hand zu nehmen. Es wurden Harzproben entnommen und Protokolle geschrieben damit eine lückenlose Dokumentation der Reparatur vorzufinden ist.  Ein notwendiger Aufwand der selbst die in Formalien geübten LBA Mitarbeiter erstaunten. Neben diesen notwendigen Arbeiten für die Reparatur blieb aber noch Zeit für weitere Arbeitsabläufe die ein guter Werkstattleiter beherrschen muss. Dazu gehört die Herstellen von sogenannten Negativformen aus denen später ein komplettes Reparaturstück angefertigt werden kann.
Foto 4 – Unter Vakuum wird der Wabenstützstoff an das Außenlaminat für das ASK-21 Schalenteil gepresst.

Da im modernen Segelflugzeugbau längst nicht nur Glasfasergewebe verarbeitet wird sondern auch Kohle- und Aramidfasern Verwendung finden, war es notwendig die Teilnehmer in die Ver- und Bearbeitung von diesen Werkstoffen zu unterweisen. Gerade die Aramidfaser (bekannter unter dem Namen Kevlar) ist ein Material bei dessen Bearbeitung es schon mal zu kleineren Verzweiflungsrufen kam. Natürlich wurde neben dem Lehrgang auch sehr viel Erfahrungen und Gedanken ausgetauscht. Diese gemeinsamen Erfahrungen haben jeden Abend zu einem unterhaltsamen Programm geführt, denn eins ist wichtig, Lernen soll ja auch Spaß machen.
Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung konnten die Teilnehmer ihre Urkunden in empfang nehmen und somit erfolgreich zurück in Ihre Vereine gehen.

 

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